Wir bereisen seit einigen Jahren Dänemark, von der Ost- bis zur Westküste waren wir inzwischen in fast allen Regionen. Und so klein Dänemark auch ist, so viel gibt es doch immer wieder zu entdecken und über die Jahre sind mir Land und Leute sehr ans Herz gewachsen. Deshalb möchte ich heute mit euch das teilen, was für mich typisch dänisch ist.
Starten wir unsere kleine Reise mit dem Symbol für Dänemark schlechthin, dem Dannebrog. Die dänische Flagge findet man in Dänemark überall, egal ob Stadt, Land, Wahrzeichen oder an den entlegensten Winkeln mitten auf dem Feld an der ein oder anderen Bauernhofzufahrt.

Bauernhöfe sind auch das, was einem als erstes auffällt, wenn man durchs Land fährt. Anders als in vielen Teilen Deutschlands, sind die Felder riesig und auch die Gehöfte ziemlich imposant. Außerdem sammeln sich die Höfe nicht oder nur selten in Dörfern, sondern liegen weit verstreut und einzeln im Land.

Die Felder sind zur Strasse hin sehr oft mit einem bienenfreundlichen Blumen- und Grünstreifen bepflanzt. Dieser bietet den ganzen Sommer über bis in den frühen Herbst hinein ein buntes Büfett für Insekten und Vögel.

Aber diese Blüten sind nicht der einzige reich gedeckte Tisch für Insekten. Speziell in Küstennähe, also fast überall, gibt es riesige wilde Büsche von Heckenrosen. Ihre Blüten sind wunderschön und riesig groß, meist in rosa, aber auch weiß findet sich häufig. Die Hecken bieten außerdem einen sehr angenehmen Windschutz und viele lauschige Ecken für die ein oder andere Rast bei Strandwanderungen.


Und Strandspaziergänge kann man in Dänemark nahezu unendlich machen. Steilküste, Kiesstrand, Sandstrand, für jeden ist da was passendes dabei, immerhin verfügt Dänemark über mehr als 7400 km Küstenlänge. Und weil es so viel Küste gibt, ist man eigentlich immer mehr oder weniger allein unterwegs. Platz gibt es in Dänemark reichlich, genau wie Wasser.

Und wo Strand ist, ist in Dänemark auch Wassersport. Egal ob Surfen, Kiten oder Paddeln, hier findet jeder das richtige Gewässer. Die Profis treffen sich in Klitmøller, auch Cold Hawaii genannt und wenn man die Wellen dort sieht, weiß man auch warum.

Untrennbar verbunden mit dem Strand sind auch die Fischerboote. Vor allem an der Nordsee finden sich diese fast an jedem Strand, mit Winde oder Traktor in den Sang gezogen warten sie auf die nächste Fahrt. Und bieten, wie hier in Løkken einen wunderbar farbenfrohes Bild. Wenn man zur richtigen Zeit kommt, kann man sogar den Fang direkt ab Kutter kaufen.

Entsprechend häufig findet sich auch Fisch auf dänischen Tellern. Das Nationalgericht ist das Smørrebrød und etwas besonderes ist die Variante Stjerneskud – Sternschnuppe; eine Scheibe Brot, dick belegt mit paniertem Fischfilet, Nordseekrabben, oft auch zusätzlich Lachs, Remoulade und reichlich Garnitur. Stjerneskud kann man getrost immer wieder bestellen. Es ist immer lecker, reichhaltig und, trotz der immer gleichen Grundzutaten, sehr abwechslungsreich, denn jede Wirtschaft hat ihre eigene Variation.

Essen ist in Dänemark ohnehin sehr sehr wichtig. Fisch, Fleisch und vor allem sehr leckere Süssspeisen stehen auf dem Speiseplan. In der Vorweihnachtszeit sind Æbleskiver eine typische Mehlspeise. Obwohl der Name es vermuten lässt, sind aber keine Äpfel drin. Vielmehr bestehen die kleinen Teigbällchen aus einem, in einer speziellen Pfanne ausgebackenen Teig, der mit Buttermilch, Zitrone und Kardamom hergestellt wird. Gegessen werden die zarten kleinen Kugel mit Puderzucker und Marmelade.

Und da die Dänen es so gern süß mögen, gehören hier natürlich auch die typischen Lördagsgodis dazu, bunte Mischungen aus Gummitierchen, Karamell und Lakritz, dass man sich im Supermarkt selbst zusammenstellen kann. Der Begriff Lördagsgodis stammt eigentlich aus Schweden, wo man mit der Begrenzung auf Samstag als Naschtag in den 1940’n das Kariesrisiko senken wollte. Und auch in Dänemark kann man vor allem am Freitag beobachten, wie die leckeren Süßigkeiten für’s Wochenende zusammengesucht werden.

Zum Einkauf des leckeren Süßkrams braucht man natürlich Geld, wobei die Zahlung mit Bargeld in Dänemark inzwischen fast ausgestorben scheint. Schade eigentlich, denn die Dänen haben sich ihre Krone als Zahlungsmittel bewahrt und damit ihre typischen Münzen mit Loch in der Mitte.

Für den Einkaufswagen im Supermarkt braucht man auch noch Münzen und der Mechanismus, um den Wagen los zu bekommen, ist manchmal etwas anders als bei uns in Deutschland. Erinnert durchaus an den „Nippel durch die Lasche“.

Neben Supermärkten und Hofläden gibt es auch noch einige andere Möglichkeiten in Dänemark Obst, Gemüse und Holz für die typischen Kaminöfen zu kaufen. Viele kleine Stände bieten an, was der jeweilige Bauernhof zu bieten hat, manchmal auch kleine handgefertigte Souvenirs. Die Stände sind oft einfache kleine Buden, hin und wieder aber auch liebevoll gestaltete Blickfänger am Straßenrand, z.B. aus einem alten Fahrrad. Der Dannebrog darf da natürlich auch nie fehlen. Weht das Fähnchen, weiß man, dass es was zu kaufen gibt.


Fahrräder sind ohnehin in Dänemark allgegenwärtig, egal ob auf dem Land oder in der Stadt. Dazu passt auch die Infrastruktur. Kreuzende Radwege sind gefühlt fast häufiger als Strassenkreuzungen.

Und auch in den Innenstädten findet sich genug Platz für alle. Manche Radwege sind richtige Schnellwege für Zweiräder, mit integrierter Zählanlage.

Zu den Innenstädten gehören die kleinen, bunten Häuser übrigens genau so wie die Radfahrer. Es gibt viele kleine pittoreske Dörfer und auch die Großstädte haben sich ihre Altstadtviertel bewahrt, in den sich die kleinen Häuser zu winzigen Gassen aufreihen, wie bunte Perlen an einer Schnur. Jedes Häuschen anders und individuell, meist ein Rosenstock neben der Tür und dann diese wundervollen alten Gaslampen. Inzwischen sind die zwar auch elektrisch betrieben, aber der historischen Stimmung tut das keinen Abbruch.

Das alte, historische wird in Dänemark ohnehin ganz groß geschrieben. Das Wikingererbe spürt man noch häufig. Und selbst wenn von den alten Anlagen nicht mehr viel übrig ist, so kann man in liebevoll gestalteten Freilichtmuseen in die Zeit der alten Bräuche und waghalsigen Seefahrten eintauchen und eine gute Vorstellung vom Leben damals bekommen.

Und wie die Wikinger, ihre Bauten und Schiffe gehören natürlich die Leuchttürme zum typischen Bild Dänemarks. Entlang der Küste, vor allem an der Nordsee, trifft man sie überall. Viele sind noch in Gebrauch, mache von den Naturgewalten von Wind und Sand bedroht. Schnell geben die Dänen typisch Wahrzeichen aber nicht auf und deshalb wurde zum Beispiel der Rubjerg Knude Fyr vor dem Absturz an der Steilküste bewahrt und kurzerhand landeinwärts umgezogen. Und so bietet er immer noch ein tolles Motiv für Fotos und ist das Wahrzeichen seiner Gegend an der Jammerbucht. Die nächsten 70 Jahre soll er wohl erstmal in Sicherheit sein.

Wie die Leuchttürme gehören auch die weiß getünchten Kirchen zum typischen Bild Dänemarks. Auch hier lohnt sich ein Besuch eigentlich immer. Auch die Kirchgärten sind immer wundervoll gepflegt, jeder ein kleiner Park für sich. Für schöne, gepflegte Gärten haben die Dänen ohnehin ein Faible.

In diesen Parks und Gärten findet sich oft auch die Nationalblume Dänemarks, die Margerite. Mit ihren kleinen weiß gelben Blüten leuchten sie wild über sattem Grün. Außerdem ist die Blüte das Kennzeichen der Margeritenroute, einer gut 3500km langen Rundtour durch Dänemark, die zu den schönsten Plätzen und Gegenden in ganz Dänemark führt.

Folgt man der Mageritenroute kommt man unweigerlich auch an den vielen Ferienhaussiedlungen vorbei, die liegen ja genau in diesen schönen Gegenden. Und auch hier darf der Dannebrog nicht fehlen. Der stolze Däne will ja zeigen, dass er da ist. Zur Nacht wird der Dannebrog aber wieder eingeholt, so will es das Gesetz.

Ein besonderes Wahrzeichen Dänemarks, an das fast jeder denkt, wenn man über Dänemark spricht, soll hier natürlich zum Abschluss nicht fehlen. Ein Besuch in Kopenhagen ohne den obligatorischen Abstecher zur kleinen Meerjungfrau wäre kein richtiger Besuch. Aber man sollte nicht überrascht sein, der Name ist Programm, die Meerjungfrau ist wirklich klein.

Ich hoffe unser kleiner Ausflug in des Land zwischen den Meeren hat euch gefallen. Vielleicht bis bald in Dänemark! Vi des!